Ernährung im Säuglingsalter – Stillen und Milchnahrung
Stillen ist die beste Ernährung für ihr Kind und es ist nicht nur gut für das Kind sondern auch für die Mutter - für eine innige Bindung und die Gesundheit!
Stillen hilft Ihnen und Ihrem Baby, rasch miteinander vertraut zu werden - Stillen ist auch Nahrung für die Seele.
Aber auch wenn es nicht klappt: bitte kein Stress! Babys wachsen und gedeihen auch mit Flaschennahrung gut und zusätzliche Kuscheleinheiten sind für alle wertvoll.
Das Wichtigste in Kürze
Stillen ist die beste Ernährung für Ihr Kind – es fördert die gesunde Entwicklung des Kindes, senkt das mütterliche Krebsrisiko und fördert die Mutter-Kind-Beziehung.
Die neue Leitlinie empfiehlt: 6 Monate ausschließliches oder überwiegendes Stillen. Die Gesamt-Stilldauer soll insgesamt mindestens 12 Monate betragen.
Stillen sollte möglichst keinen Stress verursachen und wenn es schwierig ist, kann man es auch nicht erzwingen.
Sie möchten gerne stillen, es ist aber schwierig? Oder es ist in manchen Situationen nicht das Richtige? – Fragen Sie andere Frauen, fragen Sie Ihre Hebamme, eine Still-Beraterin oder Ihre Kinderärztin / Ihren Kinderarzt.
Vielleicht Stillen Sie aus medizinischen oder persönlichen Gründen nicht, müssen irgendwann zufüttern oder stillen in einer Zeit ab, in der Ihr Kind noch Milchnahrung braucht, dann ist das auch völlig ok! Und auch hier gilt: inniger Blickkontakt, leises, vertrautes Sprechen mit dem Baby und wenn möglich das Erleben von direktem Hautkontakt und von Körperwärme stärken die wichtige Bindung zur Mutter oder zu anderen Bezugspersonen in der ersten Zeit auch bei Flaschenernährung.
Fakten
In der Muttermilch finden sich sämtliche Nährstoffe, die Ihr Kind in den ersten sechs Lebensmonaten braucht. Nur Vitamin D und Fluorid sollten im ersten Lebensjahr zusätzlich gegeben werden.
In den ersten 4 Lebenswochen sollte das Kind etwa alle 3 Stunden Nahrung bekommen,- später werden die Abstände zwischen den Mahlzeiten länger.
Der Magen ist winzig, das Gehirn braucht viel Energie. Milch ist leicht verdaulich, deshalb haben viele Babys bald wieder Hunger. Mehrere Nachtmahlzeiten sind normal und wichtig – ob an der Brust oder mit der Flasche.
Cluster-Feeding: Im Alter von 4 Monaten trinken manche Kinder „schlechter“ an der Brust. Oft ist diese Phase eine Phase des sogenannten Cluster-Feedings. Das Kind trinkt kürzer, aber öfter. Es ist tagsüber sehr leicht ablenkbar und hört beim leisesten Geräusch auf zu trinken. Nachts klappt das Stillen in aller Regel sehr gut, auch wenn der Abstand zunächst kürzer ist. Das ist normal und gibt sich wieder.
Mythen
„Die Fähigkeit zu stillen ist angeboren….“ – Leider nein. Stillen muss man lernen. Holen Sie sich Rat bei anderen Frauen, die bereits gestillt haben oder bei Ihrer Hebamme.
„Bei den Steinzeitmenschen hat es auch geklappt, dann klappt das ja auch jetzt von alleine…“
Tatsächlich hat sich im Vergleich zur Steinzeit aber viel geändert: Das Stillen findet heute meist nicht in der Öffentlichkeit statt, daher haben Frauen so gut wie nie die Möglichkeit, andere stillende Mütter zu beobachten. Und ohne den regelmäßigen Kontakt zu stillenden Müttern bekommt man auch selbst keine Erfahrung. Deshalb: Fragen Sie Ihre Hebamme nach Rat oder nehmen Sie Kontakt auf zu einer professionellen Stillberatung.
„Man muss einen Stillabstand einhalten, sonst kommt neue Milch auf alte…“ – Stimmt nicht, ist veraltet… Stillen Sie nach Bedarf! Diese Regel gibt es nicht!
„Wenn die Mama Medikamente nimmt, muss meist abgestillt werden…“ – Wieder falsch: nur in ganz seltenen Fällen muss wegen Medikamenten tatsächlich abgestillt werden. Bitte sprechen Sie mit ihrem Arzt/Ihrer Ärztin und/oder informieren Sie sich auf www.embryotox.de
Das ist gut für Ihr Kind
Achten sie darauf, dass Sie als Mutter genug trinken und essen!
Stillen ist anstrengend! Nutzen Sie Ruhezeiten, schicken Sie andere zum Einkaufen.
Wenn (zeitweise) nicht genügend Milch gebildet wird, ist Zufüttern mit einer Pre-/ oder 1er Nahrung sinnvoll. Dabei immer erst die Brust anbieten, dann die Flasche.
Holen sie sich Rat von professionellen Stillberaterinnen wenn Sie Fragen haben.
Das ist schädlich für Ihr Kind
Stress und Druck beim Stillen. Daher: Hören sie nicht auf wohlgemeinte Ratschläge von Menschen, die selbst noch nicht gestillt haben.
Zu viele Kontrollen können Stress verursachen: nur selten ist es wirklich notwendig vor und nach dem Stillen zu wiegen oder Stillzeiten aufzuschreiben. Das sollte keine Routine sein.
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