Zahnpflege und Zahngesundheit

Regelmäßiges Putzen und eine gesunde Ernährung schaffen die Grundlage für gesunde Zähne. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zum Thema Zahngesundheit.
Mit den ersten Zähnen wird das Essen noch mal spannender - denn nun kann Ihr Kind auch zunehmend selbst Nahrung zerkleinern und erkunden. Dabei ist der Zeitpunkt des ersten Zahndurchbruchs sehr variabel - im Durchschnitt erscheinen die ersten Schneidzähne um den 5.-6. Lebensmonat, manche Kinder bekommen Ihre Zähne aber auch erst nach dem ersten Geburtstag!
Mit ca. zweieinhalb bis drei Jahren ist das Milchgebiss (20 Zähne) vollständig ausgebildet. Zwischen dem 6. und 24. Lebensjahr findet dann der Wechsel zum bleibenden Gebiss (28-32 Zähne) statt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Karies ist eine Infektion des Mundraums mit Bakterien, die die Zahnsubstanz zerstören und zu Entzündungen und Nervenschäden führen.
  • Regelmäßiges Zähneputzen mit fluorid-haltiger Zahnpasta und eine bewusst zuckerarme Ernährung helfen, Karies vorzubeugen.
  • Für Kinder im ersten Lebensjahr kann Fluorid entweder zusammen mit Vitamin D in Tablettenform gegeben werden, oder alternativ ab dem ersten Zahn mit einer geeigneten Zahnpasta („0-6 Jahre“) mit geeignetem Fluoridgehalt (s.u.).

 

Für die Zahnpasta gilt:

 

  • Ab dem ersten Milchzahn bis etwa zwei Jahre: verwenden Sie eine reiskorngroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid (Dosier-Tipp: an der Zahnbürste abstreifen!)
  • Zwei bis sechs Jahre: erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid
  • Ab etwa dem sechsten Lebensjahr: Erwachsenenzahnpasta mit 1.000 bis 1.500 ppm Fluorid – spätestens jetzt: gut Ausspucken üben!
  • Profi-Tipp: ausspucken, aber nicht ausspülen – da sonst die Fluorid-Wirkung wieder nachlässt.

 

Zum effektiven Putzen der Zähne hat sich die „K A I“-Technik bewährt:

 

  • erst die Kauflächen durch hin- und herbürsten säubern,
  • dann mit kreisenden Bewegungen die Außenflächen,
  • schließlich noch die Innenflächen säubern.

 

Fakten

  • Fluorid unterstützt die Bildung und Erhaltung einer soliden Zahnsubstanz und beugt der Kariesbildung vor.

Mythen

  • Karies bei Milchzähnen muss nicht behandelt werden – die fallen ja eh aus!

    Falsch! Auch Milchzahnkaries kann zu Entzündungen, Schmerzen und vorzeitigem Verlust der Zahnsubstanz führen. Bei größerem Kariesbefall können auch die nachfolgenden bleibenden Zähne in Mitleidenschaft gezogen werden. Ihr Zahnarzt/ihre Zahnärztin berät Sie gerne.

  • Muttermilch und Säfte ohne Zuckerzusatz können keinen Karies machen

    Falsch! Auch diese Flüssigkeiten enthalten (natürlich vorkommende) Zucker, die das Wachstum von Kariesbakterien unterstützen können. Dauerkontakt mit zuckerhaltigen Flüssigkeiten (z.B. in der Nuckelflasche, Dauerstillen an der Brust) schädigt insbesondere die Schneidezähne.

  • Bei Karies muss immer gebohrt werden

    Falsch! Nicht jede Kariesstelle muss mit einer Füllung behandelt werden – gerade bei frühzeitig erkannten Kariesstellen sind möglicherweise auch andere Behandlungen wie z.B. die bohrfreie Infiltationsmethode möglich.

  • „Zuckerfrei“

    bedeutet, da ist kein Zucker drinFalsch! Auch als „zuckerfrei“ oder „zuckerfrei gesüßt“ beworbene Lebensmittel können z.B. Glukose (Traubenzucker), Glukosesirup, Fruktose (Fruchtzucker), Laktose (Milchzucker) und Maltose (Malzzucker) enthalten – und eine Kariesbildung fördern.

Das ist gut für Ihr Kind

  • Bevorzugen Sie geschmackneutrale und farblose Zahnpasta, damit die Kinder nicht bewusst Zahnpasta verschlucken.
  • Nutzen Sie die Möglichkeit, mit Ihrem Kind regelmäßig zur zahnärztlichen Vorsorge zu gehen.
  • Zuckerfreie Getränke wie Wasser und Tee statt Säften, Saftschorlen oder Süßgetränken reduzieren effektiv das Risiko der Kariesbildung schon bei den Milchzähnen.
  • Ein früher Beginn (ab dem ersten Zahn) hilft, dass das Zähneputzen für die Kinder ein selbstverständlicher Teil der täglichen Routine wird.

Das ist schädlich für Ihr Kind

  • Dauerkontakt mit zuckerhaltigen Flüssigkeiten (z.B. in der Nuckelflasche, Dauerstillen an der Brust) – achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt, aber auch trinkfreie Pausen ohne Kontakt zu gesüßten Flüssigkeiten hat.

Weitere passende Artikel zu diesem Thema

Hautpflege im Säuglingsalter

Die Haut von Säuglingen braucht meist nur wenig Pflege und keine Cremes. Hier erfahren Sie, wie die Haut von Babys gesund bleibt und welche Pflege

Sicher schlafen im ersten Lebensjahr – und wie Sie eine gesunde Kopfform unterstützen

Hier gibt es alle Informationen zu einem gesunden Babyschlaf.

Tragen im Tragetuch oder der Tragehilfe

Weitere Informationen

Karies bei Kleinkindern vorbeugen (Netzwerk Gesund ins Leben)
So geht Zähneputzen nach der KAI-Technik (Zahn.de)

War diese Information hilfreich?​

Bewerten Sie diese Seite

Was war besonders hilfreich? (optional)​