Essen ist so viel mehr als nur Nahrung- gemeinsames Essen verbindet, stiftet Identität, fördert soziale Interaktion, heilt Wunden und sollte viel Freude machen.
Die Ernährung im Säuglingsalter prägt unsere Vorlieben für das gesamte weitere Leben und eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung beugt der Entwicklung von Übergewicht und Fettleibigkeit vor.
Nach dem 6. Monat können nicht mehr alle Bedürfnisse des Kindes vollständig über das Stillen oder eine Milch-Nahrung gedeckt werden. Der Beginn mit der sogenannten Beikost macht Kindern und Eltern meist große Freude und ist eine tolle Erfahrung.
Das Wichtigste in Kürze
In den ersten Monaten ist das Stillen die beste Ernährung fürs Kind
Wenn Stillen nicht möglich ist oder nicht ausreicht, sollte (zusätzlich) eine Formula-Nahrung (in aller Regel eine Pre-Nahrung) gefüttert werden.
Frühestens ab dem 5. Lebensmonat spätestens Ende des 7. Monats sollte die Beikost eingeführt werden. Die Kinder zeigen uns wann sie dafür bereit sind.
Zu den Löffelmahlzeiten kann man Wasser anbieten.
Wenn es anfangs nicht klappt, oder wenn das Kind den Brei verweigert, sollte ein nächster Versuch nach 1-2 Wochen unternommen werden.
Das beste Getränk für Säuglinge und Kinder ist normales Trinkwasser.
Vitamin D sollte im ganzen ersten Lebensjahr gegeben werden bzw. bei Kindern, die in der dunklen Jahreszeit geboren sind, sogar bis nach dem 2. Winter.
Eltern bzw. Familien die ein Problem mit Übergewicht haben sollten sich möglichst früh darüber Gedanken machen wie man der Entwicklung von Übergewicht durch eine ausgewogene Ernährung vorbeugen kann.
Fakten
Schon im Mutterleib nehmen Kinder erste Geschmäcker war und auch über die Muttermilch gelangen Geschmacksstoffe aus der mütterlichen Ernährung beim Kind. Aber spätestens ab der Beikost gilt für unsere Ernährung ganz grundsätzlich: je vielfältiger, desto besser. So sollte versucht werden früh verschiedene Nahrungsmittel anzubieten und neben dem Einführen von Fleisch auch regelmäßig Fisch zu füttern.
Anfangs wird eine Breimahlzeit täglich angeboten. Beginn mit Gemüsebrei (meist Karotte, später Karotte-Kartoffel, Kürbis, Pastinake, etc.). Wenn sich das Kind an den ersten Gemüsebrei gewöhnt hat, kann dieser ergänzt werden zu einem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und wenn es mit dieser ersten Breimahlzeit gut klappt, kann nach etwa 4 Wochen eine zweite Breimalzeit täglich eingeführt werden.
Wenn man die Beikost ausschließlich selber kocht, sollte zusätzlich Jod gegeben werden (50µg tgl.). In fertiger Säuglingsnahrung sind notwendige Vitamine und Spurenelemente ergänzt.
Manche Kinder haben anfangs mit neuen Geschmacksrichtungen Probleme – hier hilft es vor allem gelassen zu bleiben und die einmal abgelehnten Dinge trotzdem immer mal wieder anzubieten – oft kommen die Kinder erst nach mehrfachem Probieren auf den Geschmack. Und wenn manches trotzdem abgelehnt wird, ist das in aller Regel auch kein Problem.
Mythen
„Sogenannte „Quetschies“ (Obst-Pürrees aus dem Folien-Quetschbeutel) sind eine gesunde Zwischenmahlzeit! „- Leider falsch! Da in aller Regel viel zu viel Zucker enthalten ist gehören sie in die Rubrik Süßigkeiten und sind möglichst zu meiden. Es ist deutlich besser als Zwischenmahlzeit normales Obst anzubieten
„Ab und zu etwas Süßes hat uns auch nicht geschadet“. Dieser Satz ist nicht grundsätzlich falsch – aber es kommt eben sehr auf die Menge und die Häufigkeit an! Denn aus „ab und zu“ wird meist ganz schnell „jeden Tag“ und aus „etwas Süßes“ wird schnell auch „eine halbe Tüte Gummibärchen“. Grundsätzlich gilt: je früher wir die Kinder an Süßes gewöhnen um so eher wird der Zuckerkonsum zur täglichen Gewohnheit und größere Mengen Zucker sind einfach ungesund.
„Um Allergien vorzubeugen sollte die Beikost möglichst spät eingeführt werden“ – Diese Aussage hört man zum Glück nicht mehr oft denn sie ist falsch. Das Gegenteil ist richtig: das frühe Einführen vielfältiger Nahrungsmittel hat sogar einen gewissen schützenden Effekt.
Das ist gut für Ihr Kind
Mindestens eine Mahlzeit sollte von der Familie gemeinsam am Tisch eingenommen werden – hier wirken wir als Vorbild und es verbindet uns. Schön ist es auch wenn wir die Kinder dafür begeistern können bei der Vorbereitung der Mahlzeiten mitzuhelfen.
Essenspausen einhalten! Zwischen den Mahlzeiten sollte nicht ständig Nahrung angeboten werden/ verfügbar sein.
Das ist schädlich für Ihr Kind
Möglichst nicht „nebenher“ essen- z.B. kein Fernsehen während der Mahlzeit. Wir sollten dem Essen den verdienten Stellenwert einräumen und wir sind hier wichtiges Vorbild. Das gilt auch für Zwischenmahlzeiten.
Säuglingsnahrung sollte nicht gesalzen oder gesüßt werden.
Keine gesüßten Getränke oder Frucht-Säfte anbieten – Ausnahme: das kranke / (fiebernde) Kind – hier ist etwas „Doping“ erlaubt und gesüßte Getränke können dabei unterstützen, dass das Kind ausreichend trinkt.
Säuglinge bitte nicht vegan ernähren! Auch eine vegetarische Ernährung ist für Säuglinge und Kleinkinder nicht ohne weiteres zu empfehlen- ggf. sollte dies mit dem Kinderarzt abgesprochen werden. Um Mangelzustände an Vitaminen und Mikronährstoffen zur vermeiden benötigt man einen guten Plan und Nahrungsergänzungsmittel.
Im Säuglingsalter sollte keine Rohmilch und kein Honig gefüttert werden.
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