Eltern sein ist manchmal anstrengend, speziell wenn Babys sehr viel weinen.
Wir kennen das und helfen Ihnen. Und die gute Nachricht: Sie sind nicht allein!
Das Wichtigste in Kürze
Viele Babys weinen in den ersten Lebensmonaten sehr viel – manchmal ohne ersichtlichen Grund. Meist ist das normal und harmlos für das Kind. Typisch ist Weinen am Nachmittag und abends.
Häufig ist dies Teil einer normalen Entwicklung, aber es kann Eltern stark belasten.
Manche Babys weinen sehr viel. Sie sind schwer zu beruhigen. Das nennt man manchmal Schreibaby oder High-Need-Baby.
“Sich selbst zu beruhigen, lernen Kinder nicht, indem wir sie alleine lassen. Sondern indem wir sie dabei begleiten.” – Nora Imlau
Fakten
Babys weinen im Durchschnitt 1–3 Stunden täglich, besonders abends.
Wenn ein Kind sehr viel weint, schaffen Sie sonst nichts! Es ist ein 24/7-Job, mit Nachtschicht und Wochenendschicht ohne Urlaub!
Weinende Babys kosten Eltern viel Kraft und können für Familien sehr belastend sein – es ist es sinnvoll sich dann Hilfe zu holen.
Meist ist das Weinen medizinisch harmlos, vor allem wenn das Kind auch längere Phasen hat, in denen es zufrieden ist.
Mythen
„Ein Baby weint nur, um Aufmerksamkeit zu bekommen.“ – Es weint, weil es Aufmerksamkeit BRAUCHT!
„Man darf ein Baby ruhig schreien lassen, damit es lernt, sich selbst zu beruhigen.“ – IM GEGENTEIL! “Sich selbst zu beruhigen, lernen Kinder nicht, indem wir sie alleine lassen. Sondern indem wir sie dabei begleiten.” – Nora Imlau
„Stillen oder Tragen verwöhnt das Baby.“ – Stimmt nicht. Es ist meistens das Einzige, das hilft. Man kann ein Kind im ersten Lebensjahr durch Tragen und Nähe nicht verwöhnen!
„Schreibabys gibt es nur in gestressten Familien.“ – zum Glück stimmt das auch nicht! Es liegt nicht an der Schwangerschaft, nicht an der Geburt, nicht an den ersten Tagen.
Das ist gut für Ihr Kind
Einschlafroutinen können helfen: Baden, Wickeln, Stillen oder Füttern, Massage, Vorlesen, Kuscheln und vor allem auch: Tragen
Den Kinderwagen zur Not in die Ecke stellen: Manche Kinder schlafen tagsüber nur in der Trage.
Während des Tragens bewegen: Nicht stehen bleiben, rote Ampeln meiden, einen Petzi-Ball nutzen – Die großen, sanften Bewegungen helfen beim Einschlafen und dienen als Schlafbrücke zwischen den Schlafphasen.
Abwechseln beim Tragen, andere zum Einkaufen schicken, Essen bringen lassen, …
Im Notfall – kurz rausgehen und das Kind ausnahmsweise alleine schreien lassen – auch und gerade dann, wenn man niemanden hat. Und dann: jemanden anrufen und Hilfe holen.
Das ist schädlich für Ihr Kind
Laute Umgebung, laufender Fernseher.
Dauerhaftes Überstimulieren („noch mehr probieren, damit es aufhört“).
Sich selbst die Schuld geben – meist können wir es nicht beeinflussen. 10-20% der Babys sind einfach so
Denken: “Das schaffe ich schon allein…”
Baby schütteln – niemals, auch nicht kurz (Gefahr des Schütteltraumas).
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Beratungsstellen wie beispielsweise die "Frühe Hilfe" helfen gerne. Außerdem bieten Familienhebammen oder Schreiambulanzen gezielte Unterstützung. Weitere Informationen finden Sie auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Informationen zu Schreibabys und Elterngesundheit.
Kontaktieren Sie Eltern- und Familienberatungsstellen in Ihrer Nähe und vor allem auch Ihre Hebamme oder eine Stillberater*innen für individuelle Begleitung