Medien und Freizeitgestaltung im Kleinkindalter

Eine aktive und Ideenreiche Gestaltung von Alltag und Freizeit macht Spaß und regt unsere Kinder dazu an sich für viele verschiedenen Dinge zu interessieren und Fähigkeiten zu erlernen. Dabei lernen sie ihre eigenen Stärken und Schwächen kennen.
Digitale Medien gefährden die gesunde Entwicklung unserer Kinder. Daher benötigt der Umgang mit Medien klare Regeln und auch wir Eltern sollten unser Medienverhalten kritisch hinterfragen.
Positive soziale Kontakte fördern unsere Zufriedenheit und unser Selbstwertgefühl. Gleichzeitig spielen Bildschirmmedien eine immer größere Rolle, wodurch aber andere Bereiche zu kurz kommen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unser Medienverhalten hat einen starken Einfluss auf unsere psychische Gesundheit. Übermäßige Mediennutzung erhöht zum Beispiel das Risiko für Schlafstörungen, krankhaftes Übergewicht, Essstörungen, Depressionen, Konzentrationsprobleme und mehr. Gleichzeitig führt sie zu Einsamkeit durch weniger soziale Kontakte und weniger körperliche Aktivität.

Fakten

  • Kinder benötigen klare Regeln und eine Medienerziehung.
  • Je mehr Raum und Gewicht wir den Medien geben, desto wichtiger werden sie von unseren Kindern wahrgenommen.
  • Wenn wir Medienzeit als Belohnung (oder den Entzug als Bestrafung) nutzen räumen wir ihnen automatisch mehr Gewicht ein und erhöhen ihren gefühlten Wert.
  • Kinder und Jugendliche sind den Reizen durch schnelle, bunte, emotionalisierte Bilder noch hilfloser ausgeliefert als Erwachsene. Ungeeignete Medieninhalte, können verstörend oder sogar traumatisierend wirken. Insbesondere im Internet sind beispielsweise sexualisierte Inhalte oder Gewaltdarstellungen oft „nur einen Klick“ entfernt.

Mythen

  • Wir müssen unseren Kindern ständig ein tolles Freizeitprogramm und Unterhaltung bieten, damit sie zufrieden sind – Falsch – Durch ein reines Unterhaltungsprogramm lernen Kinder kaum etwas – sie müssen die Dinge erfahren und selber in die Hand nehmen um sie zu verstehen. Oftmals ist es daher besser sie spielerisch in den normalen Alltag einzubinden. Kleinkinder freuen sich meist darüber kleine Aufgaben zu übernehmen und dafür gelobt zu werden.
  • Kindermedien sind kindgerecht – Das ist in vielen Fällen leider nicht richtig, sie sind oft zu bunt, zu schnell, zu komplex…. sodass Kinder oftmals eigentlich überfordert sind und wie hypnotisiert vor dem Bildschirm sitzen statt eigene Ideen zu entwickeln und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen.

Das ist gut für Ihr Kind

  • Nur ausgewählte Inhalte und klare Zeitgrenzen: Bei älteren Kindern entscheiden Sie als Eltern, was geschaut wird. Das Kind darf nicht allein auswählen – Stichwort Altersbeschränkungen, gute Medienquellen.
  • Überlegen sie früh, welche Medien sie erlauben,- wieder Wegnehmen ist oft schwierig. Wenn ihre Kinder Zugriff auf das Internet haben: Lassen sie sie damit nicht alleine und machen sie es möglichst Kindersicher indem sie den Zugang zu ungeeigneten Seiten blockieren.
  • Gemeinsamer Medienkonsum ist besser als Bildschirmzeit alleine. Wenn man zusammen “Die Sendung mit der Maus” schaut, kann es als Anregung für Gespräche, gemeinsame Spiele oder Ausflüge dienen. Versuchen sie Medien gemeinsam kreativ zu nutzen.
  • Oft sind Kinder frustriert wenn die Medienzeit vorbei ist – das müssen wir als Eltern aushalten und begleiten. Wir sollten das begleiten und darüber sprechen. Mögliche Wutanfälle der Kinder sollten wir nicht verurteilen, sondern gemeinsam für die Zukunft nach Lösungen suchen.
  • Vernetzen sie sich mit Eltern und Familien in ähnlicher Situation, um gemeinsame Freizeitaktivitäten zu planen. Auch die aktive Suche nach Angeboten von Vereinen oder der Gemeinde lohnt sich. Oftmals finden sich auch schöne Angebote für die Ferienzeiten.

Das ist schädlich für Ihr Kind

  • Lassen sie sich in ihrem Alltag möglichst wenig von Telefon und Medien ablenken. Stellen sie ihr Mobiltelefon stattdessen möglichst oft stumm.
  • Lassen sie ihr Kind nicht mit den Medien alleine!
  • Benutzen sie Medien möglichst nicht als Belohnung oder den Entzug von Medien als Bestrafung.
  • Keine Bildschirme im Kinderzimmer/Schlafzimmer

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