Durchfall

Plötzlich auftretender weicher bis wässriger Stuhl bei einem bisher gesunden Kind ist meistens Folge einer infektiösen Magen-Darmerkrankung. Häufig treten dabei auch Erbrechen und Fieber auf. Auslöser der Infektion sind sehr häufig Rota- und Noroviren oder durch Bakterien verunreinigte Lebensmittel.
Diese Erreger greifen die Darmschleimhaut an oder schädigen sie durch ihre Gifte. Der Darm kann Wasser und Salze (Elektrolyte) nicht mehr ausreichend aufnehmen. Mit dem wässrigen Stuhl verliert der Körper Flüssigkeit und Salze und trocknet aus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leider gibt es bei den meisten Magen-Darm-Infekten keine Behandlung mit der man die den Durchfall direkt behandeln oder die Heilung beschleunigen kann. In den meisten Fällen kommt es schon rasch zu einer Besserung und nach wenigen Tagen zu einer kompletten Normalisierung. Daher geht es vor allem in den ersten Stunden und Tagen darum einen zu starken Verlust von Flüssigkeit zu vermeiden. Säuglinge und Kleinkinder sind am ehesten gefährdet einen kritischen Flüssigkeitsmangel oder eine Verschiebung der Blutsalze zu erleiden.
  • Selten kann ein akut eintretender Durchfall auch Zeichen einer anderen Erkrankung sein. Beispielsweise haben Säuglinge mit einem fieberhaften Harnwegsinfekt nicht selten auch etwas Durchfall, oder Durchfälle können gemeinsam mit Bauchschmerzen bei einer Blinddarmentzündung auftreten.
  • Um Ansteckungen zu vermeiden ist die wichtigste Maßnahme eine sorgfältige Handhygiene/ Toilettenhygiene.

Fakten

  • Die wichtigste Maßnahme besteht darin den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mit einer speziellen Trink-Lösung – einer oralen Rehydratationslösung ORL auszugleichen.

    Bei Erbrechen anfangs schluckweise oder mit einer Spritze oder Löffelweise alle 2 Minuten. Wenn 100-200 ml vertragen wurden können vorsichtig größere Mengen gegeben werden.

  • Wenn das Kind einen Flüssigkeitsmangel hat (starkes Durstgefühl, eingesunkene Augen, trockene Zunge..) sollte es pro kg Körpergewicht 40-50ml Trinklösung in den ersten 3-4 Stunden erhalten.

    Wenn noch kein Mangel besteht, rechnet man pro Durchfall bzw. pro Erbrechen mit 50-100 ml bei Säuglingen und mit 100-150 ml bei Kindern. Wenn die Kinder zusätzlich andere Getränke trinken wollen ist das kein Problem. Bei Säuglingen ist zusätzliches Stillen sehr gut.

Mythen

  • Salzstangen und Cola sind die beste Diät bei Durchfall.

    Nein – die optimale Behandlung besteht in einer oralen Rehydratationslösung ORL. Koffeinhaltige Getränke sind ungeeignet.

  • Heilnahrung oder spezielle Schonkost hilft den Durchfall zu überwinden.

    Leider falsch – der Darm benötigt zur Erholung Energie. Nur stark gewürzte, stark Zuckerhaltige oder sehr fettreiche Nahrungsmittel sollten eher gemieden werden.

Das ist gut für Ihr Kind

  • Auch bei häufigem Erbrechen sollte die regelmäßige schluckweise Gabe der ORL nicht länger unterbrochen werden.
  • Halten sie sich bei der Zubereitung der Trinklösung genau an die Anleitung – lösen sie das Pulver nicht in anderen Getränken.
  • Bei den folgenden Risikofaktoren sollten sie Kontakt zu einem Arzt aufnehmen:

    Ihr Kind ist jünger als 7 Monate oder wiegt weniger als 8 kg oder es hat eine andere bekannte Grundkrankheit.

    Hohes Fieber (> 39,5 °C) oder auffälliges Verhalten wie Hinfälligkeit, Gereiztheit, schrilles Schreien, Trinkschwäche.

    Unstillbares Erbrechen oder sehr zahlreiche und große Mengen wässrigen Stuhls z. B. > 8 – 10 Stühle pro Tag

    Trinkverweigerung trotz Zeichen der Austrocknung.

    Der Zustand Ihres Kindes verschlechtert sich trotz Gabe der Trinklösung.

    Blutige Durchfälle (mehr als einzelne Blutfäden).

    Wenn Sie sich überfordert fühlen oder unsicher sind.

Das ist schädlich für Ihr Kind

  • Die traditionelle „Teepause“ bei Durchfällen – also der Verzicht auf feste Nahrung mit dem Ziel den Darm zu entlasten ist nicht sinnvoll- deutlich besser ist es dem Darm auch Nahrung und Energie zur Regeneration anzubieten.
  • Wenn sie sich Sorgen machen sollten sie nicht zu lange warten- lassen sie sich beraten oder stellen sie ihr Kind beim Kinderarzt oder in der Notfallsprechstunde vor.
  • Aus Angst vor erneutem Erbrechen sollte keine längere Pause bei der Flüssigkeitszufuhr gemacht werden, da nur so der Flüssigkeitsverlust ausgeglichen werden kann.

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Weitere Informationen

DGKJ-Elterninfo: Mein Kind hat Durchfall

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