Zecken

Zeckenstiche kommen bei Kindern sehr häufig vor – besonders beim Spielen im Garten, im Wald oder auf Wiesen.
Meist sind Zecken harmlos, können aber in seltenen Fällen Krankheiten übertragen. Viele Eltern sind unsicher, was bei Zeckenstichen zu tun ist.
Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zu Zeckenbissen bei Kindern– einfach erklärt und auf den Punkt gebracht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zecken können zwei verschiedene Krankheiten übertragen – FSME und Borreliose
  • FSME ist selten, kann aber schwer verlaufen – die Impfung bietet einen sicheren Schutz gegen FSME
  • Borreliose wird nur dann übertragen, wenn die Zecke länger als 12h am Körper ist
  • Je länger die Zecke saugt, desto höher ist das Risiko für Borreliose
  • Deshalb: Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man das Kind am Abend gründlich nach Zecken absuchen und die Zecken sofort entfernen
  • Eine kleine Rötung direkt nach dem Zeckenstich ist harmlos
  • Aufpassen muss man, wenn mehr als vier Tage nach dem Zeckenstich neue Rötungen auftreten – dann zum Arzt gehen

Fakten

  • Borreliose erkennt man oft an einer Wanderröte (Erythema migrans).

    Eine sich ausbreitende Rötung ist ein typisches Zeichen einer beginnenden Borreliose. Wichtig: Diese Rötung tritt frühestens vier Tage nach dem Zeckenstich auf.

  • Gegen FSME kann man sich impfen lassen.

    Die Impfung schützt zuverlässig und ist gut verträglich.

  • Zeckenreste sind harmlos.

    Wenn beim Entfernen ein kleiner Teil der Zecke in der Haut verbleibt ist dies harmlos. Die Reste können keine Krankheiten verursachen. Meist bildet sich ein kleiner Pickel und der Rest entfernt sich dadurch nach einiger Zeit von selbst.

Mythen

  • Zecken fallen von Bäumen.

    Zecken sitzen meist im Gras oder in niedrigen Büschen.

  • Man muss die Zecke herausdrehen.

    Gerade herausziehen ist besser.

  • Öl oder Kleber hilft beim Entfernen.

    Das kann die Zecke stressen und das Infektionsrisiko erhöhen.

  • Jeder Zeckenbiss führt zu Borreliose.

    Nur ein kleiner Teil der Zecken ist infiziert.

  • Zeckenstiche sind immer gefährlich.

    Die meisten Zeckenstiche verlaufen ohne Probleme.

Das ist gut für Ihr Kind

  • Zecken so schnell wie möglich entfernen.
  • Am einfachsten geht das Entfernen mit einer Zeckenschlinge – diese kann man für wenig Geld kaufen.
  • Stichstelle erst nach dem Entfernen der Zecke desinfizieren.
  • Datum des Zeckenbisses notieren.
  • Die Bissstelle für sechs Wochen beobachten.

Das ist schädlich für Ihr Kind

  • Kein Desinfektionsionsmittel, Öl, Klebstoff oder Alkohol auf die Zecke geben.
  • Die Zecke nicht quetschen.
  • Nicht in Panik geraten – Zecken sind harmlos.

Weitere passende Artikel zu diesem Thema

Durchfall

Fieber bei Kleinkindern

Fieber ist eine normale und sinnvolle Reaktion unseres Immunsystems auf verschiedene Reize wie Infektionen oder Impfungen. Fieber ist an sich nicht gefährlich, sondern es hilft

Husten im Kleinkindalter

Husten bei Kleinkindern kann Eltern schnell beunruhigen – meistens ist er jedoch harmlos und ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers.

Weitere Informationen

Borreliose ist die Häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Etwa 5–30 % der Zecken tragen Borrelien in sich. Aber: Nur ein kleiner Teil der Zeckenstiche führt tatsächlich zu einer Erkrankung. Der beste Schutz ist ein frühes Entfernen der Zecke - Borrelien können nur übertragen werden wenn die Zecke mehr als 12h lang am Körper verbleibt. Falls es doch zu einer Borreliose kommt kann diese mit Antibiotika gut und zuverlässig behandelt werden. Erkennen kann man eine Borreliose typischerweise an der Wanderröte (Erythema migrans). Dies ist eine Rötung, die frühestens 4 bis spätestens 30 Tage nach dem Zeckenstich auftritt und sich langsam ausbreitet.
FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Die FSME ist seltener als die Borreliose und kommt vor allen in Süddeutschland vor. Es handelt sich dabei um Viren, die direkt nach dem Stich der Zecke übertragen werden. Daher bietet auch ein frühes Entfernen von Zecken keinen Schutz vor FSME. Die FSME kann es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten führen und dabei selten auch bleibende Schäden verursachen. Die FSME-Impfung ist ein sehr wirksamer Schutz und kann die schwere Erkrankung nahezu vollständig verhindern. Daher sollten Kinder die in Risikogebieten wohnen die FSME Impfung erhalten.
Robert Koch-Institut (RKI): Ratgeber FSME
Robert Koch-Institut (RKI): Ratgeber Lyme Borreliose
Robert Koch-Institut (RKI): Faktenblatt FSME Impfung

War diese Information hilfreich?​

Bewerten Sie diese Seite

Was war besonders hilfreich? (optional)​